Babysitting – eine Übung zur Selbst-Entwicklung

Raus aus meiner Mitte aber volle Lotte.

So raus, dass ich das schmutzige Spülwasser aus dem Kaffeeautomaten für Tee halte und einen ordentlichen Schluck nehme, um ihn dann voller Entsetzen (boah schmeckt das ekelig, irgendwie wie kalter Rauch) wieder auszuspucken.

Wie ich in diesen Zustand gerate?

Ich spiele Babysitter.

Babysitter für meinen 6-jährigen und frisch eingeschulten Liebling. Mit Übernachtung und früh-morgendlichem Fahrdienst. Etwas, was für Mütter ganz normaler Alltag ist. Und das nicht selten mit nur einem Kind.

Für mich eine mega Herausforderung. Herrlich, wie ich mich in Klarheit und Konsequenz üben darf 😉

Das Ins-Bett-Bringen gelingt mir gut. Beim Geschichten-Vorlesen wird der süße Sohn meiner Freundin ganz ruhig und bereit für die Nacht.
Schließlich müssen wir früh raus, damit er pünktlich in der Schule ist. Mein Auftrag ist, ihn um 6 Uhr zu wecken. Dann will ich schon fertig sein, das heißt für mich noch eine halbe Stunde eher aufstehen und bedeutet für mich Widerstand gegen meine Natur.
Was für ein Horror! Wie Blödmann taper ich durch die Wohnung und die linke Hand weiß nicht was die rechte tut.
Völlig neben der Spur lese ich mir zum fünften Mal meine To-Do Liste für den Morgen durch. Gott sein dank ist die Butterbrotdose schon befüllt. Ab in den Tornister damit.
Schon höre ich meinen kleinen Gast aus dem Schlafzimmer rufen und begrüße ihn. Das ist schön.
Dann sagt er, es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Ich bin gespannt. Die schlechte ist, er hat ins Bett gemacht und das ist nass. Seine Hose auch. Die Frage nach der guten bleibt ohne Antwort…

Ich lege ihm seine Sachen zum Anziehen hin und bereite in der Küche Frühstück vor. Er kommt, setzt sich an den Tisch und isst.
Ja, er ist angezogen.
Jedoch nur mit Socken.
Er frühstückt nackig.
Doch er scheint sich wohl zu fühlen, isst sogar Körnerbrot, was er sonst nicht mag.

Zum Malen haben wir nun leider keine Zeit mehr, was ihn schon etwas missmutig stimmt.
Noch missmutiger wird er, als ich den falschen Kindersitz in mein Auto packe. Schließlich hat seine Mutter extra den großen aus ihrem Auto ausgebaut.
Der andere ist viel leichter und praktischer aber ich bleibe nicht standhaft und schleppe das Monstrum in mein Auto um es, bestimmt nicht vorschriftsmäßig, auf die Rückbank zu hieven. Ich schwitze.

Just in time düsen wir los, es ist noch dunkel und plästert. Mein Lieblingswetter auf der Autobahn. Noch nicht wach und dazu noch blind.

Doch wir gelangen pünktlich zum Ziel und finden den Eingang beim zweiten Anlauf und die richtige Klasse.
Trotz Anstrengung ein schönes Gefühl.

Wieder zuhause richte ich mich und meinen Tag noch einmal neu aus.
Ich liebe es, den Tag mit Zeit und Stille zu starten.
Früh aufstehen hat übrigens in alten Zeiten auch nach 20 Jahren Gewohnheit nicht beglückt;-)
Dennoch musste ich auch diese Seite erfahren, um heute so dankbar für mein Leben in meinem natürlichen Rhythmus zu sein.

P.S. Einen riesen Respekt an alle Mütter!!!

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Warum “WARUM” ???

Kennst Du Dein „Warum“?

Kennst Du diese Frage und hat sie Dich vielleicht auch schon mehr oder weniger beschäftigt?

Mir begegnet diese Frage häufig. Sie ist angeblich die Lösung allen Übels: Du MUSST Dein WARUM kennen!

Es scheint ein No-Go zu sein, wenn Dir die Klarheit über Dein persönliches „Warum“ fehlt. Ohne Dein „Warum“ zu kennen, brauchst Du eigentlich gar nicht zu starten. Egal ob es um Berufung, Marketing, Geld verdienen, Herz-Öffnung, Entwicklung oder X geht. Die Frage nach dem „Warum“ scheint so grundlegend wichtig, dass Workshops und Seminare dazu angeboten werden.

Ich habe an die tiefe Bedeutung dieses Wissens geglaubt.

Warum?

Weil einige Speaker und Coaches, von denen ich viel halte, dies als Top-Thema predigen. Was für eine schwach-sinnige Antwort 😉

Deshalb habe ich mich mit meinem „Warum“ beschäftigt. Immer mal wieder. Habe mir Zeit genommen und mich hingesetzt, vor ein leeres Blatt Papier. Reingefühlt, reflektiert, meditiert und aufgeschrieben.

Worum geht es mir wirklich? Was ist mein Warum?

Und ja, es kamen Ergebnisse und Antworten auf meine Fragen. Ich kenne mein Warum.

Was hat sich nun wirklich dadurch verändert?

Meine Erkenntnis lautet:       NICHTS !!!

Mein „Warum“ zu kennen verändert nichts WESENTLICHES. Außer, es zu kennen. Vielleicht befriedigt es meinen Verstand.

Ich weiß, dass ich in dieser Zeit lebe, um den Wandel zu unterstützen. Um dienen zu können, ist mein eigener Wandel Voraussetzung. Und ich liebe das, was ich dafür tue.

Dieses Wissen verändert jedoch nichts in meinem Wesen. Nichts wird dadurch leichter, nichts wird schwerer.

Dieses Wissen verändert auch mein Navi nicht. Mein Herzbarometer, das mir zuverlässig anzeigt, ob sich etwas stimmig oder unstimmig anfühlt.

Unser Herz kennt den Weg. Unser Herz-Navi ist bereits programmiert. Wie auch unser Navi im Auto von jedem neuen Punkt aus wieder den Weg zum Ziel neu berechnet. Wenn wir uns verfahren, in einer Sackgasse landen oder eine Panne haben. Das Navi führt uns auf den richtigen Weg zurück.

Die Route ist unser Herzensweg.

Und wenn wir wieder lernen, auf unser Herz, auf unser Navi zu hören, kommen wir unweigerlich an unser Ziel.

Dabei sind Fehler und Umwege erlaubt.

Wir bestimmen das Tempo.

Wir haben immer die Wahl.

Für uns oder gegen uns.

Mit oder ohne „Warum“.

 

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