Die Hühner und Ich

Ein ehemaliger Arbeitskollege suchte ein Zuhause für vier junge Hühner 🐔🐔🐔🐔

Er hatte seiner kleinen tierliebenden Nichte Küken geschenkt.

Diese wuchsen behütet in der Familie auf, passten jedoch nicht mehr in Haus und Garten, als sie größer wurden.

Die Aussicht auf eigene Eier gefiel mir und so sah ich die Möglichkeit, den ehemaligen Welpen-Auslauf zum Hühnergehege umzufunktionieren.

Voraussetzung war, dass die kleine Nichte ihre Hühner weiterhin besuchen darf. Kein Problem!

Deren Familie wollte sich die neue Heimat erst einmal ansehen, so hieß es. Umso überraschter war ich, als der Käfig vollbesetzt mit buntem Federvieh bereits im Kofferraum war, als die Besichtigung anstand.

Ich fühlte mich ein wenig überrumpelt.

Doch nun waren die Gesellen einmal da.

Alle vier sahen sooo schön aus und waren auch sehr zutraulich.

Ich schloss sie schnell in mein Herz 😍

Dass mein liebevoll angelegtes Hoch-Beet nach einigen Tagen nur noch aus durchwühlter Erde bestand und der Rasen einem Acker glich, konnte ich verkraften.

Als die Abenteurer jedoch auch das Nachbarsgrundstück für sich entdeckten, gab es erste Beschwerden. Dieser Rasen glich einem gepflegten Golfplatz und auch hier wurde Stück für Stück umgegraben 😩

Ein höherer Zaun musste her. Zwei Meter hohes Bullengitter hinderten sie nicht an ihren Ausflügen. Nun hatte sie noch interessanteres Gebiet entdeckt. Den Kinderspielplatz und die Siedlung gegenüber. Sie taperten auch gerne die Straße entlang, bogen auch mal vorne in den Pferdehof auf und standen oftmals direkt vor unserer Haustür. Dass der Hof auch das Revier einiger Wolfshunde war, hielt sie nicht ab. Mutig und neugierig!

Auch noch, nachdem Giovanni und Erika bereits einige Federn lassen mussten…

Bei der Übergabe erwähnte der Hühnerüberbringer, dass eins der Hühner evtl. ein Hahn sein könnte!

Noch gab es keine Anzeichen. Kein Krähen. Aber auch keine Eier. Wir tauften die Hühner Erika, Margot, Tanja. Natürlich mit Bedeutung 😉

Den eventuellen Hahn aus eventueller italienischer Herkunft nannten wir Giovanni.

Auf ihre früheren Namen Micky Maus und Federpflaume hörten sie dann, wenn das kleine Mädchen sie besuchte 😉

Umso größer war der Schock, als Tanja plötzlich versuchte zu krähen. Ein paar Tage später der kleine große Italiener. Und noch etwas später dann die Margot. 🐔🐓🐓🐓

Fazit: Ich war Besitzer von drei riesengroßen Hähnen und einer Henne, die trotz gestutzter Flügel täglich ausrissen 😆

Ich durfte mir täglich Beschwerden der Nachbarn anhören, weil lautstarkes und dreifaches Kikeriki ab vier Uhr morgens bis Einbruch der Dunkelheit doch für manche über Bauernhof-Flair hinausreicht.

Besonders dann, wenn die tierische Musik direkt in den Vorgärten gespielt wurde.

Ich musste die Schar mehrmals täglich vom Spielplatz lotsen.

Die Hühnermutter in Action, immer das beliebte Toastbrot als Lockmittel in der Jackentasche.

Der Grund: einige Kinder trauten sich nicht mehr zu rutschen, wenn sie von Riesenhähnen verfolgt werden.

Auch Erika wirkte mehr und mehr gestresst mit drei Herren der Schöpfung. Sie verzog sich nachts in eine kleine Hundehütte, um ihre Ruhe zu haben. Doch Tango ehemals Tanja kannte kein Erbarmen.

Dann kam der Tag, an dem die Siedlung voller Federn war.

Die drei kamen ohne Mango ehemals Margot von ihrem Ausflug zurück. Sie wirkten sehr aufgeregt.

Ich fand Mango schwer verletzt in einem Busch.

Wahrscheinlich hatte einer der Hunde, die hier ihre Runden drehen, sie nicht als Spielgefährten gesehen. Oder ein Fuchs. Ich weiß es bis heute nicht.

Ich musste sie einschläfern lassen und war sehr traurig darüber😥Mango war mein Liebling. Ganz lieb und gelehrig. Ist immer so schön balanciert für ein Leckerli auf meinem selbst gebauten Hühner-Parcours.

Nun waren es nur noch drei.

Giovanni musste nun alleine schlafen und Tango wurde täglich dominanter. Auch untereinander gab es Rivalitäten. Ich beschloss, ein gutes Zuhause für einen der Hähne zu suchen.

Eine Bekannte freute sich, Tango für ihre 6 Hühner zu bekommen. Leider zu früh gefreut. Tango ließ niemanden mehr an die Hühner und attackierte ihre Kinder und Wolfshunde. Keiner traute sich mehr in den Garten. Einmal saß der weiße Hahn sogar auf dem Rücken des riesigen Rüden.

Eine Woche später brachte sie ihn zurück. Und die Unruhe begann mit einem Kampf unter den Hähnen. Und so war Giovanni wieder nur der Zweite Mann. Und Erika gestresst.

Als Tango mich dann heftig angriff, riss auch mir der Geduldsfaden. Ich fand keine alternative Lösung mehr. Und ich traute mich nicht mehr ins Gehege. Dieses war inzwischen ausbruchsicher, außer für Tango. Alleine wollte er aber nicht in die Siedlung, daher blieb er dann auch lieber zu hause. Was seine Aggressionen nicht milderte.

Ich ließ nicht locker, die Herrschaften, die mir die „Hühner“ gebracht hatten, um Hilfe zu bitten.

Nach einigen Tagen holte der ursprüngliche Besitzer Tango morgens in der Dunkelheit ab.

Ausgerüstet mit Schutzkleidung und einem starken Kumpel.

Ich wollte nicht wissen, wohin sie ihn bringen.

Es tat mir leid, dass es so enden musste. Dennoch fühlte ich Erleichterung.

Langsam kommt wieder Ruhe rein.

Giovanni ist ein gütiger Hahn und Erika schenkt uns leckere Eier. Verstärkung für Erika ist angesagt. So werden sie bald wieder zu viert sein. Doch in weiblicher Überzahl. ☺🐓🐔🐔🐔

Transformation durch die Hühner-Story…..jede Menge 😉

Please follow and like us: