Was hat die Lesung mit der Katzenklappe zu tun?

Jupiiiiii! Mister Big geht durch die Katzenklappe! Champagner für alle!

Der stattliche Kater namens Mr. Big kam wie von Zauberhand zu mir. Nachdem Kater Raki seinen Job mit mir erfüllt hatte, dauerte es nicht lange, bis ich seinen Nachfolger kennen lernen durfte. Mr. Big lebte alleine in einem Raum von einem Tierschutzverein. Meine Entscheidung für ihn stand unbewusst schon fest, als ich das erste Mal von ihm hörte. Er konnte aufgrund seines „etwas speziellen Charakters“ in dem Jahr seines Aufenthaltes dort nicht vermittelt werden (bin ich etwa auch so speziell ;-))))???

Mr. Bigs Eigenschaften: er macht was er will, liebt Nähe, liebt schmusen und küssen, spielt oft verrückt, steckt voller Energie, kann fordernd sein, mag keine verschlossenen Türen, verhält sich scheu bei manchen Menschen, ist mutig, ist weich, ist lieb, ist geduldig, ist zärtlich, redet gern, schläft gern, ist manchmal unentschlossen und unsicher

Ich sehe den Spiegel in ihm, erkenne mich ihn ihm.

Er ist seit drei Monaten bei mir und natürlich darf er nach draußen gehen. Damit das jederzeit möglich ist, haben wir ihm eine Katzenklappe eingebaut. Ein Törchen, das sich nur für ihn öffnet. Ich fand die Idee toll. Herr Big eher nicht.

Stundenlang lag ich mit Leckerchen in der Hand draußen im Kellerloch. Auf der anderen Seite der Katzenklappe. Hab mit Bändchen vor seiner Nase gewedelt und ihm gut zugeredet. Keine Chance. Er ließ sich nicht überzeugen, egal mit welchen Tricks ich ihn zum Durchgehen locken wollte. Ich bekam Zweifel und habe seinen Bauchumfang gemessen. Dachte, vielleicht passt er einfach nicht da durch und er weiß es besser als ich.

Er verzichtete lieber auf Ausflüge, anstatt sich zu überwinden. Vielleicht wollte er sein neues Zuhause nicht riskieren? Wenn ich ihn durch die große Kellertür raus ließ, dann ging er nur kurz in den Garten und prüfte ständig, ob die Tür noch auf war. Wenn ich mit ihm ging, blieb er.

Nun kam mein Lesungs-Thema hoch. Ich hatte das Datum der Veranstaltung, an der ich vor möglicherweise vielen Menschen sprechen würde, ständig in meinem Kopf.

Ich machte das freiwillig, ja.

Und ich freute mich auch darauf, ja.

Trotzdem war auf der anderen Seite immer noch das alte Denken:

Ich kann das nicht.

Und wenn ich so dachte machte es mir Angst.

Angst, dass ich mich in dem Moment verlieren könnte.

Das Ganze hat mich Mut gekostet.

Und es hat sich gelohnt.

Ich habe ein Stück Selbstvertrauen gewonnen.

 

Und jetzt der Hammer: Einen Tag nach der Lesung ist Herr Big zum ersten Mal durch die Katzenklappe gegangen!!!

Ohne Spökskes. Ganz von alleine.

Boah war und bin ich begeistert! Hab es rumposaunt und gefeiert!

 

Viel mehr als mich 😉

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Veröffentlicht von

Andrea Nixdorf

Ich wurde 1969 in Lünen, ein Örtchen zwischen Ruhrpott und Münsterland gelegen, geboren. Nach 20 Jahren in der Industrie zwang mich ein Burnout zum Richtungswechsel. Seitdem bewege ich mich in einer ganz anderen Welt. Diese erscheint mir wundervoll, erfüllend und immer wieder neu. Es gibt ständig Veränderungen. Und ich gehe da mit.

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