Selbstwert und Konsequenz FÜR mein Lochbrillentraining

Mir ist klar geworden, dass Konsequenz für mich nur dann möglich ist, wenn ich das WARUM für mein Tun kenne.

Dieser Grund muss es mir wert sein. Ich muss es mir wert sein.

Ich habe drei Wochen konsequentes Lochbrillentraining durchgezogen.

Warum?

Weil ich keinen Bock auf eine Brille habe. Oder besser gesagt, will ich nicht von einer „Sehhilfe“ abhängig sein.

Während der letzten 10 Jahre hat meine Sehkraft nachgelassen. Ich habe bereits die dritte Lesebrille gekauft, immer mit 0,5-er Schritten Erhöhung. Logisch, das Auge bekommt seinen Job abgenommen. Dadurch verringert sich seine natürliche Sehkraft. Wir wollen dem eigentlichen Symptom der sogenannten „Alterssehschwäche“ entgegen wirken, indem wir es weiter schwächen. Macht das Sinn?

Eine Veränderung der Ursache klingt für mich stimmiger.

Daher habe ich eine sogenannte Raster- oder Lochbrille zum Training benutzt und schon nach kurzer Zeit Verbesserung festgestellt. Ich brauchte die Lesebrille nicht mehr in der Handtasche haben um die Speisekarte lesen zu können.

Trotz des Erfolges habe ich immer wieder geschlunzt, war nicht konsequent. Es gab sogar Zeiten in denen ich vergessen habe, dass es diese Möglichkeit gab…

Es bestand jedoch kein Zweifel an der Sache selbst. Das regelmäßige Augen-Training mit der Puckbrille stärkt den Sehnerv und die Muskulatur im Auge. Bei mir wirkten sich bereits 15 Minuten täglich aus.

Nur war ich selbst mir nicht wichtig genug. So gab es ständig Dinge, die mir wichtiger erschienen.

Meine eigene Wertschätzung hat sich durch meine Selbst-Entwicklung verändert. Ich erlaube mir, mich wichtig zu nehmen.

Ich will meine Augen gesund und fit erhalten.

Das ist mein WARUM.

In den ersten zwei Wochen musste ich mir trotzdem an einigen Tagen in den Hintern treten, an anderen Tagen lief es leicht.

In der dritten Wochen hat der Automatisierungsprozess eingesetzt.

Das „Neue“ hat sich im Bewusstsein breit gemacht und darf nun bleiben. Mir hilft die Vorstellung, dass unsere neuen Wege erst nur schmale Spuren sind. Und diese immer breiter, immer ausgebauter werden. Bis sie dann nach circa 21 Tagen zu eingefahrenen Autobahnen werden. Und diese breiten Autobahnen bestehen.

 

 

 

 

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Schnarchen

Warum schnarchen so viele Männer?

Sollen etwa so viele Frauen auf diesem Weg in ihre Wut gebracht werden?

Vielleicht geht es bei vielen auch um das Thema der Abgrenzung?

Oder der Mann erlaubt sich das „Laut-Sein und das Stören“, welches die Frau sich nicht wirklich gestattet?

Meine Frage ist, warum gerate ich schon wieder an so ein Exemplar? Die Antwort liegt nah, denn genau dieses Thema löst gerade ein generelles Beziehungsthema in mir aus. Zudem finde ich mich in den oben genannten Erklärungen wieder.

Mein Freund übernachtet am Wochenende bei mir. Nachts ziehe ich um auf die Couch. Vorher habe ich ihn gefühlte zehnmal gewendet oder besser gesagt angeschoben zum Wenden. Bevor ich dann aber einschlafen kann, liegt er schon wieder auf den Rücken und beschallt das Schlafzimmer. Auf der Couch tut mir der Rücken weh und mir ist kalt. Als ich endlich wieder einschlafe, bekommt Mr. Big, mein Kater, einen Tobanfall und dreht seine Runden im Jagdgalopp durchs Wohnzimmer. Ich bin ein Teil seines Rennparcours. Anscheinend ist schlafen in dieser Nacht nicht angesagt. Als mein Freund gegen morgen schlaftrunken ins Bad wankt, bitte ich ihn unsere Schlafstätten nun zu tauschen. Darauf murmelt er „ komm doch einfach ins Bett“. Dieser Satz lässt es in mir brodeln. Ich wälze mich noch etwas hin und her und als mein Freund dann später aufsteht, sagt er zu mir, ich solle nun doch noch ins Bett gehen. Ich zische ihn an mit „ jetzt will ich auch nicht mehr“. Ich bin sauer, frustig, müde und finde die ganze Welt doof. Aber ganz besonders IHN. Und so kommt es, dass mein Kopf mir noch zusätzlich die Beweise dafür liefert, dass ich ihn doof finden kann und wir eh nicht zusammen passen. Es läuft mal wieder „nach Bestellung“. Er sagt genau die Dinge, die mich nerven. Fährt zu rasant Auto. Mein Zweifler läuft auf Hochtouren. Was anders ist im Gegensatz zu früher: Ich merke was da wirklich läuft. Und ich weiß, dass es in meiner Macht stünde, diesen Zustand zu verändern und sogar zu beenden. Aber ich will es gar nicht. Mein innerer Widerstand ist viel zu groß. Ich spüre so deutlich wie noch nie, wie stark ich mir selbst im Weg stehe. Und das bezieht sich auf alles, nicht nur auf die Beziehung. Früher konnte ich so stur sein, dass ich eine Woche nicht mit meinem Ex-Mann geredet habe. Heute sind es „nur noch Ausläufer“. Dennoch besitzen diese Ausläufer noch eine enorme Kraft. Ich will nicht über meinen Schatten bringen. Ich habe total dicht gemacht. Und genau das ist ein uralter Schutzmechanismus. In Sekundenschnelle kann ich eine Mauer hochfahren. Das war mir bis zu diesem Zeitpunkt in diesem Ausmaß nicht bewusst. Wie geht das denn, den einen Tag noch pure Liebe zu spüren und in Sekundenschnelle ist sie weg? Und nicht nur für einen Moment der Wut, sondern anhaltend.

Als ich mich in einer ruhigen Stunde dieser Schutzmauer widme, kann ich sie deutlich in meinem Bauch spüren. Grau und schwer kann ich sie mit Hilfe meines Atmens wahrnehmen. Ich fühle, wie nötig ich als kleines Mädchen diese Mauer brauchte. Und wie gut es war, dass ich sie viele Jahre hatte. Die ständigen Enttäuschungen durch meinen Vater hätte ich sonst nicht aushalten können. Ich gehe in die Absicht, nun auch den Grundriss meiner Mauer aufzulösen. Dazu stelle ich mir vor, dass silbernes Licht in diesen Bereich fließt, um mich zu unterstützen. Dann spüre ich, dass ich Angst bekomme, wenn diese Mauer komplett weg ist. Dass ich verletzbar bin und hilflos. Und ich atme auch weiter und bleibe in diesem Gefühl. Danach wird es leichter und heller.

Wie es mit dem Schnarchen weitergeht?

Momentan habe ich keine Ahnung!

Aber ich weiß, dass das Schnarchen nicht das eigentliche Problem darstellt.

 

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Spielt “Konsequenz” eine Rolle in Deinem Leben?

Wie wichtig ist „Disziplin“ für Dich?

Auf einem  Persönlichkeitsentwicklungs-Seminar wird ein Plan vorgestellt. Der Plan, wie Du Dein Ding machst.

Es gibt zehn „Umsetzungsprinzipien“, wie zum Beispiel Eigenverantwortung, Selbstvertrauen, Sinn und Ziele.

Die Punkte scheinen mir wohl bekannt und befinden sich meiner Ansicht nach in ständiger Umsetzung.

Später mache ich mir nochmal Gedanken. An einem Punkt bin ich unsicher. Im Plan heißt er „Disziplin“, für mich nenne ich ihn „Konsequenz“.

Auf den ersten Blick meine ich sogar sehr konsequent zu sein. Schließlich bleibe ich seit Jahren daran, mein Leben so zu kreieren wie ich es mag. Ich mache meine Jobs mit Spaß daran und tue auch sonst nur Dinge, die ich wirklich tun möchte.

Und ich arbeite konsequent an mir, weil Bewusstwerdung ein Ziel meines Herzens ist. Das macht mir Freude und gibt mir Sinn. Jedoch fällt mir auf, dass ich in einigen Dingen alles andere als konsequent bin. Ich lebe ziemlich unstrukturiert und aufgrund meines Reichtums an Zeit kann mein Da-Sein schon etwas larifari-mäßig erscheinen. Außerdem lasse ich mich oft leicht von meinem „Tun“ ablenken. Ich empfinde mich als in Fülle lebend, würde mich jobtechnisch dennoch nicht als erfolgreich bezeichnen.

Ich frage mich mal wieder, worum es mir wirklich geht?

Erfolg bedeutet für mich, glücklich zu sein. Das bin ich.

Ist es immer noch so ein altes verhaftetes Denken, dass wir viel Arbeiten müssen um Erfolg zu haben?

Dass Geld für Erfolg steht?

Ich merke, dass so was in mir tickert. Sonst hätte ich mich ja erst gar nicht wieder auf die „Fehlersuche“ begeben.

Ich rede mit meinem Freund über dieses Thema. Er lebte über Jahre eine strenge Disziplin, die sich in Perfektionismus verwandelte. Auch nicht ungefährlich. Er war sehr erfolgreich im Job, aber nicht wirklich glücklich mit sich. Nach diesem Gespräch fühle ich mich wieder deutlicher auf dem richtigen Weg.

Ich schätze mein Leben mit dem Luxus meiner Zeit. Und ich bleibe konsequent darin, Dankbarkeit dafür zu fühlen und in diesem Gefühl Neues zu erschaffen.

Ich sehe auch dieses Thema als ganz individuell.

Es kommt auf die passende Dosis an.

Ich darf in kleinen Dingen konsequenter sein, ohne mich damit zu stressen. Mir neue, kleine Schritte angewöhnen um sie nach ca. drei Wochen übernommen zu haben. Zum Beispiel täglich 15 Minuten mit der Lochbrille zu lesen, um den Sehnerv zu stärken. Das hab ich bis JETZT noch nicht konsequent geschafft. Und das ändere ich JETZT.

In mir scheint unbewusst noch immer ein Teil meiner Angst zu sitzen. Angst, es noch einmal so weit kommen zu lassen, wie es mir vor einigen Jahren aufgrund von Überlastung passierte. Burnout – Nichts ging mehr.

?Doch ohne diesen „Ausfall“ würde ich heute nicht mein wunderbares Leben leben?

 

 

 

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Persönlichkeitsentwicklung – Hyper Hyper oder Hallelujah?

Ich bekomme die Nachricht: „Wir haben eine Karte über, willst Du mit“? Wohin? Zu Christin Bischoff in die Westfalenhalle. Ich kenne den Typ gar nicht. Ein Life Coach mit dem Seminar „Die Kunst Dein Ding zu machen“. Ich habe spontan Lust mitzugehen. Zum einen um einen Tag mit zwei langjährigen Freundinnen zu verbringen, zum anderen bin ich neugierig auf die Veranstaltung.

Was soll ich sagen, ich bin geflashed. Wo kommen diese Menschenmassen her? Eine Veranstaltung zum Thema Persönlichkeitsentwicklung in solch einem Rahmen habe ich noch nicht erlebt. Angeblich sind mehr als 5000 Teilnehmer in der Halle. Und diese zeigen sich ganz anders als ich es kenne. Gewohnt bin ich, dass die Überzahl solcher Seminare Frauen um die 40 sind. Oft mit erkennbarem Spiri- oder Ökotouch. Hier ist es ein komplett gemischtes Publikum. Ich schätze Männer und Frauen zu gleichen Anteilen. Und auffallend viele junge Menschen, selbst das Teenie-Alter scheint gut vertreten. Wow! Ich bin begeistert. In diesem Alter hätten mich keine zehn Pferde hier her geschleppt.

Ich erkenne ganz klar den Wandel dieser Zeit. Die Menschen sind bereit für Veränderung. Sie sind offen für mehr. Sie wollen mehr von diesem Leben, sind bereit hinter die Kulissen zu blicken. Und viele von ihnen sind an diesem Punkt, ohne durch Schmerz und Leid dorthin geführt worden zu sein.

Als es losgeht, meine ich im falschen Film zu sein. Ich fühle mich eher wie auf einer Mega-Party oder einem Konzert als auf einem Seminar. In einer Hammer Lautstärke ertönt „Simply the best“ von Tina Turner und nimmt die Teilnehmer mit die entsprechende Energie. Später animiert Scooter die abrockenden Persönlichkeitsentwickler und keiner bleibt auf seinem Stuhl sitzen. Ich kenne das „Tanzen“, das „Sich Bewegen“ auf dieser Art von Workshops, jedoch bin ich hier sprachlos von der Energie dieser Dimension. Ich denke, was geht denn hier ab? Was ist das für ein Hype, mit dem Christian Bischoff diese Menschenmengen motiviert!? Die Menschen brüllen ein „Great“ auf seine Frage, wie es ihnen geht. Umarmen eine angesagt Anzahl unbekannter Menschen mit dem Satz „ Du bist ein Gewinner“. Wir lassen uns als Gewinner mit ausgestreckten Armen von der einen Hälfte der Halle feiern und bejubeln und wechseln dann in den Bejubelnden und klatschen für die Gewinnerseite.

Ich komme mir komisch dabei vor. Fühle mich etwas überfordert. Dieser Hype, diese Euphorie ist mir persönlich zu viel des Guten. Des Guten? Ist das wirklich gut? Ich stelle es in Frage, ebenso wie die Show von Life Coach Anthony Robbins in den USA, an die mich das Spektakel hier stark erinnert. Anthonys Arbeit, sein Dienen am Menschen gefällt mir ebenso wie Christians Arbeit sehr gut, jedoch tue ich mich schwer mit der Show drum herum. Muss das sein? Ist das die Wirklichkeit? Ist das nicht viel zu übertrieben? Ami-Style? Wem bringt das was? Was wäre anders ohne dieses Spektakel?

Was mir jedoch noch interessanter erscheint ist die Frage, warum ich mir diese Fragen stelle? Warum stößt mir das alles so unangenehm auf? Ich muss mir eingestehen, dass ich mich auf der Seite der Jubelnden besser gefühlt habe als auf der Seite der Gewinner. Und als eine Teilnehmerin auf der Bühne rasenden Beifall für ihren Mut, sich zu zeigen, erhält, glaube ich zu wissen, so einen Zuspruch selbst gar nicht aushalten zu können. Hat meine innere Kritik mit meiner persönlichen Kleinheit zu tun? Damit, bloß nicht zu sehr aufzufallen und bloß nicht ins Rampenlicht zu geraten? Tickern da noch immer Anteile der kleinen Andrea, die sich am liebsten versteckt hat?

Nachdem ich meine Gedanken aufgeschrieben kann ich diese Frage klar mit einem Ja beantworten. Denn wäre ich mit diesem Thema im Reinen, würden diese Bedenken gar nicht aufkommen. Was nicht bedeutet, dass ich diese Art der Veranstaltung bevorzugen würde. Denn da mag ich es doch lieber ruhiger und lasse mich gerne durch eine andere Richtung der Musik berühren. Hallelujah. Jedoch könnte ich die Situation bedenkenlos akzeptieren.

Wie siehst Du das? Kannst Du solche oder ähnliche Erlebnisse mögen oder nicht mögen mit der Gewissheit, dass es nichts mit Dir zu tun hat? Kannst du geschehen lassen, ohne zu bewerten?

In der Mittagspause wurde ich übrigens vom Seminar-Team angesprochen und eh ich mich versah wurde ich dazu interviewed. Verstecken klappt wohl gar nicht mehr 😉

 

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Funktioniert Deine Schilddrüse?

“Sensibler Tausendsassa – Ganzheitliche Unterstützung für die Schilddrüse”

Unter diesem Titel durfte ich einen Beitrag über meine Erfahrungen mit der Schilddrüse schreiben. Er wurde im Healthstyle-Magazin “Akom leben” Anfang August 2018 veröffentlicht.

<Wissenswertes über die Schilddrüse als Organ und über ihre Funktionen>

Wie der Name verrät, hat die Schilddrüse die Form eines Schildes. Vergleichbar mit einem Schmetterling legt sie ihren schmalen Körper knapp unterhalb des Schildknorpels über den Kehlkopf. Die Flügel des Schmetterlings, die beiden Lappen der Schilddrüse, befinden sich seitlich der Luftröhre. Ihre Aufgabe ist die Steuerung und Bildung von Stoffwechselhormonen, wobei man von zwei Formen spricht. Das aktive Hormon Trijodthyronin wird bei Blutuntersuchungen als T3 ausgewiesen und das Speicherhormon Thyroxin als T4. Unser Körper wandelt T4 zu T3 um. Jedoch wird dieser Botenstoff bei Bedarf auch von anderen Organen produziert, nicht allein die Schilddrüse ist hier zuständig. Beide Hormone steigern unsere Vitalität längerfristig und nachhaltiger als die schnellwirkenden Hormone der Nebenniere, das Adrenalin und Noradrenalin. Neben dem Kreislauf mit Blutdruck und Herzfrequenz regulieren sie auch unsere Atem- und Darmfunktion. Die Kontrolle der Körpertemperatur sowie der Stoffwechsel von Fett und Kohlenhydraten gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben. Daher kommt es nicht selten zu Gewichtsproblemen bei Schilddrüsenfehlfunktionen.

Bei Blutuntersuchungen in der heutigen Zeit werden die Auswertungen von T3 und T4 selten geordert. Vielleicht aus Kostengründen? Oder aber weil man – schulmedizinisch gesehen – den einfacheren Weg wählt? In meinen Augen macht es daher Sinn, diese Werte vor der Blutabnahme anzufragen, um ein aufschlussreiches Ergebnis zu erhalten. Oft wird sonst nur der THS – Wert ausgewiesen. Das stimulierende Hormon TSH wird in der Hypophyse, einer Drüse unseres Gehirns, ausgeschüttet und ist dafür zuständig, die Hormonproduktion der Schilddrüse anzuregen. Liegt dieser nicht im Normbereich von 0,4 – 2,5, verschreibt der Arzt uns ausgleichende Hormon- oder Jodtabletten. Diese Tabletten unterstützen NICHT die Tätigkeit der Schilddrüse in ihrer Funktion, jedoch kann der THS-Wert dadurch wieder in den gewünschten Bereich gelangen. Mir erscheint es unnatürlich, diesen Wert durch Tabletten zu manipulieren, da die Schilddrüse dadurch ihre Arbeit NICHT wieder aufnimmt. Eher im Gegenteil. In vielen Fällen steigt die Dosierung der Tabletten mit der Zeit der Einnahme.

<Meine Krankheits- bzw. Gesundheitsgeschichte>

Ich erinnere mich wage daran, dass mir bereits als Teenager eine vergrößerte Schilddrüse diagnostiziert wurde. Dem wurde damals jedoch keine besondere Beachtung geschenkt. Angeblich lagen Schilddrüsenprobleme in der Familie, da im Halsbereich meiner Oma und dem einiger Tanten auch etwas nicht stimmte. Mit Mitte 30 wurde eine Unterfunktion durch eine Hashimoto Erkrankung festgestellt, nachdem ich bereits einige Ärzte aufgrund von Stimmungsschwankungen und auch körperlicher Beschwerden aufgesucht hatte. Meine Verdauung funktionierte nicht mehr, ich war chronisch verstopft. Zudem nahm ich schnell zu, litt unter Schwindel und Herzrasen und hatte einen viel zu niedrigen Blutdruck. Nachdem ich mit Tabletten „eingestellt“ wurde ging es mir wieder besser. Jedoch kamen genau diese Symptome wieder zum Vorschein: Fünf Jahre später im Deckmantel eines Burnouts. „Symptome wegmachen wollen“ funktioniert so nicht.

“Der Burnout hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Der Zusammenhang von Körper, Geist und Seele wurde mir bewusst.”

Ich setzte mich mit dem Sinn hinter meinen Krankheiten auseinander. Wegen des Hashimotos reifte in mir der Entschluss: Absetzung der Hormon-Tabletten! Meine damalige Ärztin war von meinem Plan entsetzt und bezeichnete mich als lebensmüde. Ein anderer Arzt unterstützte mich in meinem Vorhaben, die Dosierung nach und nach zu reduzieren und parallel die Blutwerte zu kontrollieren. Diese ragten damals weit aus dem Normbereich. Gemäß den Werten müsste ich unter anderem an starken Gewichtsproblemen und Depressionen leiden. Tat ich aber nicht, es ging mir körperlich und psychisch großartig. Schulmedizinisch erklären konnte mir der Arzt, der sich diesbezüglich mit Kollegen besprach, meinen Fall nicht. Dennoch schien er kein Freund davon, Werte anstatt den Menschen zu behandeln. Er vertritt meine Ansicht, die Ursachen von Krankheiten zu erkennen anstatt diese durch Tabletten noch dichter zu vernebeln. Ebenso kann das Wegschneiden eines nicht funktionierenden Organs niemals die Lösung für die Störung sein.

<Hashimoto-Thyreoiditis und ihr ganzheitlicher Hintergrund>

Ich habe mich ganzheitlich behandelt und mich für Veränderung in den drei Bereichen Körper, Geist und Seele geöffnet. Heute bin ich frei von der Einnahme künstlich hergestellter Hormone, in meinem Fall L-Thyroxin. Meine Schilddrüse arbeitet wieder selbstständig und die hormonellen Blutwerte sind vorbildlich. Der Hashimoto Wert zeigt sich noch auffallend, wird jedoch im Rahmen meines Entwicklungsprozesses von Jahr zu Jahr kleiner.

Hashimoto-Thyreoiditis bezeichnet eine chronische Schilddrüsenentzündung und zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Das bedeutet, unser Körper arbeitet gegen sich selbst. Das Immunsystem, welches ursprüngliche eine Schutzfunktion erfüllt, ist auf Zerstörung programmiert. Das alleine klingt für mich ziemlich verkehrt. Unser Körper ist ein absolutes Wunderwerk und Angriffe auf eigene Organe können nicht im Sinne der Schöpfung liegen. Und dennoch sind immer mehr Menschen von diesen selbstzerstörenden Krankheiten betroffen. Warum ist das so? Meiner Ansicht nach spiegelt uns der Körper ganz besonders mit Autoimmunerkrankungen, wie sehr wir gegen uns selbst leben. Gegen unsere Natur und gegen unser Herz. Und wie stark wir von äußeren Einflüssen geprägt sind. Wie stark wir von alten Denkmustern behaftet sind, die noch aus unserer Kindheit im höchst intelligenten Körper gespeichert sind. Und zwar so lange, bis wir diese Muster in uns erkennen und neue Entscheidungen treffen. Entscheidungen für uns, statt gegen uns. Entscheidungen zu leben anstatt zu funktionieren. Entscheidungen, das in die Welt zu bringen, was in uns steckt.

Diagnosen wie Unterfunktion, Überfunktion, Hashimoto oder Struma (Kropf, vergrößerte Schilddrüse, kalte oder heiße Knoten) mit den dazugehörigen Symptomen stehen heutzutage auf der Tagesordnung der Volkskrankheiten. Da das betroffene Organ der Schilddrüse im Halsbereich liegt, dürfen wir uns hier folgende sinnübertragende Fragen stellen:

-Sitzt mir vielleicht etwas im Hals?

-Wo habe ich einen dicken Hals hinsichtlich einer Situation oder bei Gedanken an eine Person?

-Gibt es etwas, was mir den Hals zuschnürt, es eng in mir macht?

Vordergründig geht es darum, dass wir wirklich ehrlich zu uns sind. Und dass wir zulassen, die Antworten nicht aus dem reinen Verstand kommen zu lassen, sondern aus unserem Innersten.

<Krankheiten als Überbringer wertvoller Botschaften>

Das Energiezentrum, in dem sich unsere Schilddrüse befindet, wird Hals- oder auch Kehlchakra genannt. Es stellt die Verbindung zwischen Kopf und Körper dar. Energetisch betrachtet steht dieser Bereich mit unserer Willensstärke und Klarheit im Zusammenhang. Ebenso mit der Fähigkeit, unsere Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen und unser Leben nach genau diesen Bedürfnissen zu gestalten. Es geht um Kommunikation und darum, unsere eigene Wahrheit zu erkennen und auch auszusprechen. Individualität darf entstehen und wachsen.

Ich sehe Krankheiten und Symptome als Überbringer wertvoller Botschaften. Dabei spielt der Ort des auffälligen Organs eine bedeutende Rolle. Unser Körper zeigt uns, womit wir nicht im Gleichgewicht sind. Es liegt an uns, diese Defizite zu erkennen und uns dadurch weiter zu entwickeln. Der Körper macht keine Fehler und will uns nicht bestrafen. Er dient uns. Er spiegelt uns den Zustand unserer Seele. Lernen wir diesen Spiegel zu lesen, kann dieses Wissen unser Leben auf wunderbare Weise beeinflussen.

In meinem Fall durfte ich folgende alte Verhaltensmuster ins Gleichgewicht bringen:

– Unangenehme Dinge aussprechen, anstatt sie runter zu schlucken

– Mich trauen, meine Meinung zu sagen, auch wenn sie anderen nicht gefallen könnte

– Riskieren, durch mein unangepasstes Verhalten nicht gemocht zu werden

– Auch mal laut sein zu dürfen und mich zum Ausdruck zu bringen

– Entgegen der Verhaltensregeln für brave Mädchen zu leben

Die Aufarbeitung innerer Themen, die mit der Schilddrüse in Zusammenhang stehen, sehe ich als Grundlage für die Heilung. Unabhängig davon, ob diese das Seelenleben betreffende Veränderungen bewusst oder unbewusst geschehen. Da sich bestimmte Themen durch Generationen weitergeben, kann man es so sehen, als würden sich Krankheiten vererben. Zum Beispiel habe ich meine Kleinheit und die Schwäche mich auszudrücken von meiner Mutter übernommen. Was meiner Ansicht nach nicht mit der DNA zu tun hat, sondern vielmehr mit „vererbten Mustern“.

<Ansätze aus der Traditionellen Chinesischen Medizin>

Mir erscheint die Sicht der chinesischen Medizin auf Schilddrüsenerkrankungen stimmiger als die westliche Schulmedizin. Ich ließ mich in meiner Heilung durch die Einnahme chinesischer Heilkräuter unterstützen. Einen Monat lang nahm ich auf meine Symptome abgestimmte Kräutermischungen zu mir. Ebenso schenkte ich meinen Symptomen durch Akupunktur und Akupressur Aufmerksamkeit. Diese altbewährten Heilmethoden gewinnen in der heutigen Zeit wieder an Bedeutung. Oft greifen wir zu diesem letzten Strohhalm, wenn wir schulmedizinisch nicht weiter kommen. Und oft erleben wir Wunder, indem wir erleben, wie unser Körper sich selbst zu heilen vermag.

Folgende drei Punkte haben sich als sehr wirksam erwiesen und können leicht von jedermann mit der Fingerkuppe akupressiert werden. Akupressur bedeutet übersetzt “Punkte drücken“. Je nach Gefühl wird der Punkt entweder kreisend massiert oder fest gedrückt. Mehrmals täglich für 10 bis 30 Sekunden, je nach Empfindlichkeit. Die Punkte liegen auf den Energieleitbahnen unseres Körpers, den sogenannten Meridianen.

Konzeptionsgefäß 21

Lage: körpermittig, am Ende der Brustbeines, ca 1 cm unter der Kuhle

Bei: Geschwürbildung im Hals, Stimmverlust, Struma, Atembeklemmung,  Heiserkeit, Schluckauf, Stimmbanderkrankung

Wirkung: stärkend, regulierend, die Kehle freimachend

Konzeptionsgefäß 22

Lage: körpermittig, in der Kuhle über dem Brustbein

Bei: Enge des Halses, Schwellung des Halses mit Schmerzen, Schluckbeschwerden, Verdauungsstörungen

Wirkung: stabilisierend, Gegenläufigkeiten absenkend

Magen 12

Lage: beidseitig über dem Schlüsselbein, senkrecht zur Brustwarze

Bei: zusammengeschnürter Kehle, Schwellung des Halses, Struma, Atembeklemmung, Husten

Wirkung: Hals und Kehle freimachend

Aus Sicht der TCM sind Leber-, Nieren-, Milz- und Herzleitbahn an der Hormonproduktion und deren Beförderung zum Bestimmungsort beteiligt. Zum Beispiel entstehen kalte Knoten aus Störungen in Milz- und Nierenleitbahn. Sie stauen sich als Zyste oder Lymphgewebe im Halsbereich, da nicht alle Schadstoffe aus dem Körper ausgeschieden werden.

Hier können wir Störungen durch schleimauflösende und entgiftende Nahrungsmittel unterstützen: Bambussprossen, Datteln, Ingwer, Senfkörner, Pfeffer, Spargel, Birnen, Löwenzahn, Leinsamen, Chiasamen, Sellerie, rohes Sauerkraut, Kurkuma , Zitronen und Kohlgemüse

<Unsere Stimme>

Ein weiterer Bestandteil meiner ganzheitlichen Heilerfahrung widmet sich unserer Stimme. Das Wort „Person“ bedeutet, aus dem Griechischen von „per sona“ übersetzt, „durch den Klang“. Darin zeigt sich, welche Macht in unserer Stimme liegt und wie eng sie mit unserer Persönlichkeit zusammenhängt. Der wahre Klang einer jeden Stimme lässt sich nicht täuschen. Und versuchen wir doch gelegentlich, unsere Stimme zu verstellen um unsere wahre Stimmung zu verstecken, fällt dies dem Zuhörenden leicht auf. Anhand der Stimmlage gewähren wir Einblick in unseren gesundheitlichen und emotionalen Zustand.

“Ein jeder Klang aus voller Seele ist eine wirkungsvolle Tat”.

– Lorenz Kellner [1811 – 1892] –

Eine Möglichkeit, der Stimme Aufmerksamkeit und Potential zur Entwicklung zu schenken, ist das Tönen von Lauten. Während der Autofahrten habe ich lautstark Vokale erklingen lassen. Aaaaaaaaa, eeeeeeee, iiiiiiiiiiii, ooooooooooo, uuuuuuuuu, üüüüüüüü, ööööööööö, ääääääääää… Es war anfangs ein wenig befremdlich, jedoch bin ich auch hier von der enormen Wirkkraft überzeugt. Singen macht Spaß und wirkt auf vielen Ebenen. Es geht darum, uns durch unsere Stimme mehr Ausdruck zu verleihen. Zu lernen, unserer Stimme Raum zu geben. Und auch dies ist ein Prozess.

Meine Gesundheitsgeschichte war und ist ein Weg der Entwicklung. Eine Entwicklung in ein wahrhaftiges und ausdrucksvolles Ich.

 

Artikel erschienen in : Akom leben! Ihr Healthstyle-Magazin / Ausgabe 03/2018

 

 

 

 

 

 

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