Wie stopfst Du Deine Löcher?

Rauchst du? Oder bist Du eher der Shopping-Typ? Frust-Fresser oder Zocker? Vielleicht trinkst Du oft Alkohol oder kiffst? Oder „brauchst“ Du bestimmte Menschen, die Dir gut tun?

Meine Sucht war das Rauchen.

Meine persönliche Raucherentwicklung: Start im Teenageralter, um cool zu wirken. Dazu kam der Reiz des Verbotes. Schmeckte anfangs sehr ekelig, aber der Mensch kann sich auch an Schlechtes gewöhnen.

Welches Loch wollte dadurch gestopft werden? Mein Mangel an Selbstbewusstsein. Mit Kippe in der Hand fühlte ich mich größer, wenn ich zum Beispiel zur Disco oder auf Partys ging. Wir waren vier Mädels, kauften uns vorher ein Päckchen Menthol-Zigaretten und schrieben unsere Anfangsbuchstaben auf die Ziggis. Gut eingeteilt von den Möchte-Gern-Coolen-Bräuten.

Mein Körper und Geist gewöhnten sich an das regelmäßige Nikotin, so dass ich rasch nach Rauchbeginn auch das Verlangen danach bekam. Kippenschmacht war auf der Tagesordnung. In der Zeit meiner ersten Lehre zog ich sogar heimlich an der im Aschenbecher abgelegten Zigarette meines Chefs. Pfui Spinne. Die Sucht nahm ihren Lauf. Mehr wurde es auf Partys und in Urlauben. Schön zum Genießen. Das hatte ich mir wohl verdient. Später wurde es auch im Alltag mehr, durch meinen stressigen Job. Da hab ich dann geraucht, um mich zu beruhigen oder Abstand zur Situation zu bekommen. Vor Prüfungen sollte das Rauchen die Nervosität mildern. In solchen Situationen mussten sogar ein paar Zigaretten hintereinander inhaliert werden. Waren ja Ausnahmesituationen. Beim Telefonieren zuhause, da gehörte das Feuerzeug geklickt wenn der Hörer abgenommen wurde. Ebenso bei Antritt einer Autofahrt. Das war dann mehr die Macht der Gewohnheit als der Genuss. In meinen Hardcorezeiten dealte ich sogar mit ausländischer Rauchware, das war in der damaligen Firma nichts Ungewöhnliches. Die Stangen wurden im Spint gehortet. Oh mein Gott. Zu den Zeiten paffte ich eine Stange pro Woche selbst, die starken roten Päckchen der Marke West.

Der Gedanke des Aufhörens kam zum ersten Mal durch meine Krebserkrankung mit 26 Jahren. Der Grund dafür hieß Angst. Ich schaffte es trotz der Angst nicht dauerhaft. Meinen Konsum konnte ich jedoch reduzieren. Dafür rauchte ab diesem Zeitpunkt immer mein „schlechtes Gewissen“ mit. „Eigentlich sollte ich das Rauchen lieber lassen denn es macht wissentlich krank“ dachte ich unbewusst bei jeder Zigarette.

Das schlechte Gewissen sehe ich heute als schädigender an als die Zigarette selbst. Unsere Gedanken haben Macht, sie können wie eine Bestellung wirken. Daher sind auch die gewollt fiesen Abschreckbilder, die mittlerweile auf den Schachteln kleben, bestimmt NICHT gesundheitsfördernd. Ich kenne niemanden, der aufgrund dieser Bilder aufgehört oder weniger geraucht hat. Meiner Meinung nach fördert diese Maßnahme eher den Zuwachs an Krankheiten, da diese durch Angst oder bewusstes Ignorieren der Bilder unbewusst mehr Raum erhalten.

Diese Macht sehe ich zudem als Grund für körperliche Entzugserscheinungen. Wir haben uns so programmiert. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass mein Vater als jahrelanger starker Raucher von einem Tag auf den anderen ohne jegliche körperlichen Symptome rauchfrei wurde? Der Grund dafür war, dass er aufgrund eines auf das Gehirn drückenden Tumors vergessen hatte, dass er Raucher und Trinker war. Beide Süchte waren plötzlich nicht mehr da. Meine Familie war damals fassungslos.

Mit den Jahren erfolgten weitere Versuche um Nichtraucher zu werden. Ich empfand es immer als sehr schwierig, besonders die erste Zeit des Entzugs. Meine Hilfsmittel waren Ablenkung und Ersatz. Das heißt, wenn ich an Rauchen dachte, musste ich schnell etwas anderes tun wie zum Beispiel Süßigkeiten essen. Nach den ersten Wochen wurde es leichter und die Plus-Kilos konnten wieder heruntergehungert werden. Jedoch hielt die Zeit des Nichtrauchens nie länger als ein Jahr an. Bis zur Zeit meines Burn-Outs mit Anfang 40. Da veränderte sich durch meine innere Wandlung alles andere gleich mit! Nach und nach konnte ich meine Löcher stopfen und das Rauchen viel leichter sein lassen. Ab und zu auf Partys rauche ich noch immer. Ohne schlechtem Gewissen.

Unter Sucht verstehe ich heute das Resultat einer Suche. Wir suchen unbewusst den Ausgleich für einen Mangel in uns. Wir versuchen beispielsweise mit Zigaretten, Alkohol, Essen, einer Beziehung, Zocken oder Shoppen ein Loch in uns zu füllen. Dieses Loch kann fehlende Liebe, Vertrauen, Sicherheit, Ruhe, Mut etc. sein. Etwas fehlt und wir suchen dieses Etwas. Wo auch immer.

Wenn Du Dich vom Rauchen oder von anderen Süchten lösen möchtest, frage Dich vor jedem Konsum, warum Du es tun willst. Vielleicht bekommst du nicht direkt Deine Antwort. Nimm Dir Zeit für dafür, Zeit für Dich! Schreibe auf, welche Gedanken hochkommen! Und hinterfrage Dich, sei 100% ehrlich zu Dir: Ist das wirklich wahr, was ich da denke? Welche alten Denkmuster wirken da noch in mir? Und wie kann ich mir vielleicht selbst meine Löcher stopfen, was bin ich bereit zu verändern?

 

Ich wünsche Dir viel Freude und Erfolg auf Deinem Weg durch Erkennen und Befreien!

 

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Wut

Was macht Dich so richtig wütend?

Gibt es bestimmte Menschen, die deinen Wut-Knopf drücken?

Oder sind es eher Situationen, in denen sich Deine Wut gegen Dich selbst richtet?

Kennst du das Gefühl von Wut in Deinem Bauch? Das Gefühl, wenn Du Dich so richtig geladen fühlst? Wenn es in Dir brodelt und sich diese Energie wieder entladen möchte?

Wirst Du schnell wütend oder steigert sich das Gefühl langsam? Vielleicht wird es auch von Mal zu Mal stärker doch du hältst es zurück?

Und plötzlich reicht schon eine Kleinigkeit aus um zu explodieren…

Mir war das Gefühl von Wut bis zu meiner Ehe unbekannt. Wütende und auch laute Menschen fand ich doof. Die hatten sich nicht im Griff, was ich unmöglich fand. Schreien fand ich asozial. Und dann plötzlich schrie ich selbst. Mein Ex-Mann schaffte es in Diskussionen, mich zur Weißglut zu bringen. In unseren Streits ging es meistens um Pille-Palle, umso entsetzter war ich über meine Ausbrüche. Ich schrie, ich zitterte vor Wut und wollte sogar manchmal etwas kaputt machen. Ich erinnere mich an einen durchbrochenen Bleistift. Und für diesen Zustand gab ich ganz allein meinem Mann die Schuld. Weil: Ich war ja gar nicht so! Er, der Böse, machte das mit mir! Ich war das ruhige brave Mädchen, das nicht laut ist.

Heute muss ich darüber grinsen. Mein Ex-Mann hat wirklich einen super Job gemacht, um meinen Wut-Knopf zu drücken. Er musste diesen Knopf drücken, weil ich das Gefühl der Wut seit meiner Kindheit komplett verdrängt hatte. Zum einen durfte ich als Kind nicht wütend sein. Laut sein war nicht erwünscht. Besonders stark galt dieses Verbot, wenn andere Menschen es mitbekommen könnten. Meiner Mutter war sehr wichtig, wie andere über unsere Familie dachten. Einmal schlug sie mich vor Leuten in der Stadt, weil ich keine Ruhe gab und aus dem Kinderwagen wollte. Es war am Sankt- Martins-Tag und mich zog es zum Pferd. Meine Mutter war völlig überfordert mit der kleinen quängelnden und fordernden Andrea. Das war für mich eine Schlüsselsituation zum Thema nicht laut sein und seinen Willen nicht äußern zu dürfen. Eine weitere folgte zu Weihnachten, als mein jüngerer Bruder die Ware meines Spiel-Kaufladens auf aß. Mein Weihnachtsgeschenk. Nach und nach machte er die kleinen Pappschachteln leer, in denen statt Waschpulver und Co süßer bunter Puffreis war. Ich wurde richtig wütend auf ihn und wollte ihn bremsen. Für mein widerspenstiges Verhalten bekam ich dann noch zusätzlich Ärger von meiner Mutter. Wütend sein war mal wieder nicht erwünscht. Und für kleine Mädchen erst recht nicht.

Auf der anderen Seite bin ich mit einem lauten und oft zornigen Vater aufgewachsen. So habe ich diesen Zustand noch zusätzlich selbst verurteilt.

Das heißt, ich durfte und wollte auch so nicht sein. Weder laut noch aufbrausend. Und so wurde ich zum geforderten braven und angepassten Mädchen.

Jetzt fällt mir bei meinem Freund auf, dass ihn bestimmte Situationen beim Autofahren nerven. Für ihn ist es typisches männliches Verhalten, ganz normal. Ich sehe das anders. Auch diese Situationen dienen als Spiegel. Und sie lösen Gefühle wie Wut aus, die mein Freund nicht haben möchte. Ich spüre, wie er sich bemüht, ruhig zu bleiben und auch, wie anstrengend das für ihn ist. Und mir ist bewusst, es ist kein Zufall, dass ich neben ihm sitze. Wenn ich nichts mehr mit diesem Thema am Hut hätte, würde mir das nicht passieren, selbst wenn ich meine, dass es nichts sonderlich mit mir macht.

Was es macht, ich werde aufmerksamer mit mir. Wo sitzt in mir noch ein Anteil von Wut, den ich verstecke? Und schon kommt die Situation. Mein Freund schnarcht und ich ziehe nachts auf die Couch um. Dazu höre ich noch einen blöden Spruch und das reicht mir. Reicht mir um einen Klops im Bauch zu spüren. Sauer bin ich, dass ich raus aus dem warmen Bett muss und mein Freund mich fragt, warum ich denn nicht einfach schlafe. „Wegen Lautstärke“, zische ich als Antwort.

Und dann in aller Stille auf der Couch kann ich diese Wut ganz bewusst fühlen. Ich lege meine Hände auf meinen Bauch und atme ganz tief in den Klops. Und erlaube dieser Wut, da zu sein und sich sogar noch auszuweiten, wenn sie mag. Und durch mein annehmendes Fühlen kann sie sich lösen.

Am nächsten Tag darf ich direkt nochmal laut und genervt sein. Ich will den Gartenschlauch draußen zum Gießen benutzen. Der will aber nicht so wie ich. Ständig rutscht der Schlauch aus dem Gewinde. Nach einer gefühlten Stunde Rumfummelei habe ich mehr Wasser abbekommen als der Garten. Aber ich habe richtig laut gemeckert und mir war scheiß egal, wie viele Nachbarn das hören können. Es hat sogar ein bisschen Spaß gemacht 😉

 

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Das liebe Geld…

Was für ein Spruch!

Oft gesagte oder gehörte Worte für Dich?!?

Vielleicht benutzt Du selbst diese Worte in Deinem Umgang mit Geld? Und wenn ja, hast du schon einmal darüber nachgedacht, was für Dich hinter dieser so oft verwendeten Redewendung steckt? Was denkst Du wirklich über Geld? Liebst du Geld? Welchen Stellenwert hat Geld in Deinem Leben? Ist Geld wirklich „lieb“? Kann Geld überhaupt „lieb“ sein? Ist es nicht viel mehr Materie als Leben? Ist es lieb wenn es da ist und böse wenn es nicht da ist? Oder ist mit lieb gar nicht lieb gemeint, sondern ironisch gemeint das Gegenteil? Ein altes, leidiges Thema, das sich durch Dein Leben zieht?

Bei mir ist das der Fall. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich immer wieder mal mit meinem Geld-Thema und es scheint so facettenreich wie das Leben selbst. Mit jedem Hinschauen kommen neue Erkenntnisse. Somit zeigt mir das Thema Geld ganz klar den Spiegel meines Inneren im Außen.
Die eigene Wertschätzung kann eine erhebliche Auswirkung auf den Zufluss von Geld haben.
Wenn ich selbst nicht viel von mir halte, wie sollen es dann andere Menschen tun? Und wie sollen diese dann meine Leistungen entsprechend honorieren? Das ist energetisch unmöglich. Und wie kann ich Geld „verdienen“ wenn ich unbewusst denke, dass ich es gar nicht verdiene?

Mittlerweile benutze ich das Wort verdienen nicht mehr. Ich finde es so typisch deutsch. Wir müssen uns etwas verdienen bedeutet für mich, etwas dafür tun zu müssen um etwas zu bekommen. Ansonsten haben wir es vielleicht gar nicht wirklich verdient? In keiner anderen Sprache wird dieses Wort in diesem Zusammenhang benutzt. Und in diesem Denken sind viele von uns aufgewachsen. Mit den Regeln, dass wir etwas tun müssen, uns anstrengen müssen um etwas zu erreichen. Von nichts kommt nichts. Ohne Fleiß keinen Preis. Mir macht das Druck. Da klingt “to earn money” (Geld ernten), “to make money” (Geld machen) oder “to win money” (Geld gewinnen) in meinen Ohren wesentlich leichter.

Das Aufschreiben von dem, was ich über Geld denke, zeigt sich für mich sehr aufschlussreich. Dadurch können unbewusste Glaubenssätze entlarvt werden. Und ich bin immer wieder überrascht, was da noch tickert und natürlich auch noch wirkt. Und sich somit auch auf meinen Geldzufluss auswirkt.

Ich habe seit meiner Jugend einen Basissatz und der lautet: Ich habe immer genug Geld. Und das ist auch so. Egal ob damals mit meinem Lehrlingsgehalt oder später in gut bezahlter Anstellung. Ich lebe nach meinen Wünschen, kaufe mir was ich haben möchte, fahre in den Urlaub wenn ich möchte. Das Gefühl, am Monatsende nicht ausgehen zu können, war und ist mir bis heute fremd. Oft haben sich Menschen gewundert, wie ich mir von dem Lehrlingsgehalt von 280 DM noch ein Auto halten konnte. Rechnerisch erklären kann ich es nicht, es war so normal für mich. Angeblich sind Jungfrau-Geborene ja sparsam. Das mag auch zutreffen, jedoch habe ich nie bewusst auf etwas verzichtet. Ich hatte zu keiner Zeit Angst vor Geldmangel.

Vor meiner Selbstständigkeit als Therapeutin bekam ich eine Abfindung durch die Kündigung meiner Anstellung. Auf wundersame Weise lebe ich jetzt noch mit von diesem Geld und von Ersparnissen. Mein Wunsch ist jedoch, dass mir ausreichend Geld durch meine jetzige Tätigkeit zu fließt. Ausreichend um einen Hof zu finanzieren. Einen Hof, auf dem wir gemeinsam mit Menschen und Tieren arbeiten. Ich ändere meinen Grundsatz in: Ich gewinne mehr Geld als ich brauche. Geld fließt zu mir und durch mich.

Ich habe erkannt, dass es Bereiche gibt, in denen ich geizig bin. Mein Geld festhalten möchte. An der Kasse im Supermarkt denke ich jedes Mal: Oh, das ist aber teuer! Sooo viel! Und oftmals kontrolliere ich den Bon. Vielleicht hat die Kasse sich ja verrechnet. Kam noch nie vor. Dieses Denken habe ich verändert, seit ich von einer Freundin den Satz gehört und auch verstanden habe: Geld ist Liebe. Ich wusste bereits, Geld ist Energie, die fließen will. Aber dieser Satz war nur in meinem Kopf. Mit „Geld ist Liebe“ wurde es schlagartig anders. Auch wenn es sich vielleicht jetzt bescheuert anhört, die letzten Male habe ich mich beim Bezahlen gefreut und besonders hochpreisige und gute Lebensmittel ausgewählt. Und wenn ich mit Scheinen bezahle, gebe ich den Schein bewusst mit der Seite der Brücke nach oben ab. Das fördert meine Bewusstheit im Umgang mit Geld und die Brücke steht für mich für Verbindung. Macht mir ein gutes Gefühl.

Und trotz allem besteht dieses Grundvertrauen, dass immer für mich gesorgt ist, dass alles bereits da ist. Und dass ich keinen Plan B brauche.

Was denkst Du über Dich in Deiner Beziehung zu Geld? Gibt es vielleicht Parallelen? Was gibt es an sich wiederholenden Mustern? Darf Geld leicht zu Dir kommen oder musst Du Dich dafür verbiegen, dich anstrengen? Oder verlässt es dich direkt wieder, nachdem es gekommen ist? Wo bist Du geizig? Gibst Du lieber Geld für Dich oder für andere aus? Und was bist Du Dir selbst wert?

Ich glaube zu diesem Thema gibt es unzählige Varianten. Wichtig ist es, hinzuschauen. Hilfreich dabei sind Papier und Stift.

Auf diesem Wege wünsche ich Dir interessante Erkenntnisse und inneren sowie äußeren Reichtum 🙂

 

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