Wie voll-wertig bist DU?

Und wieder ein neues Gefühl! Mit 48! Hammer! Es trägt den Namen „Selbstwertgefühl“. Ich dachte immer, Selbstwertgefühl und Selbstliebe wären das Selbe. Da scheine ich mich gewaltig geirrt zu haben.

Ist Dir bewusst, dass es sich dabei um zwei unterschiedliche Gefühle handeln kann? Kennst Du diese Gefühle? Und ist Dir der Zusammenhang zwischen Deinem Selbstwert und Deinem Bezug zu Geld klar? Ebenso wie der Zusammenhang in Deinen Beziehungen?

Zwei Situationen haben mir mein Selbstwert-Thema wirkungsvoll gespiegelt. Ich habe einen Mann kennengelernt. Einen Mann, der in meinen Augen keine Macken zu haben  scheint. Nichts stört mich an ihm und genau das irritiert mich. Das ist einfach „ zu“ gut. “Zu“ schön, um wahr zu sein . Dieser Satz und dieses „zu“ werden, nachdem ich die Unwahrheit darin erkannt und gefühlt habe, in meiner Absicht von meiner Festplatte gelöscht. Mal ganz ehrlich, erkennst Du den „Unsinn“  in diesem Satz? Demnach darf „zu Schönes“  nicht „wahr“ sein. Und allein das Wort „zu“ bedeutet das Gegenteil von auf, von geöffnet, von offen sein. Es macht einen Teil in Dir „zu“! Die Macht solcher Gedanken wirkt sich unbewusst auf Dein Leben aus, wenn Du so denkst. Dann ist sehr wahr­scheinlich, dass Du Dich selbst unbewusst sabotierst, wenn es zu gut läuft. Hinter diesem Gedanken habe ich bei mir noch viel tiefer sitzende Denkmuster erkannt. Der Kern dahinter ist, dass ich es nicht wert bin und dass ich es nicht verdiene. Wobei „es“ in meinen Fall für alles überdurchschnitt­liche Gute steht. Diese alte Einstellung spiegelt sich  in meinem „Geld verdienen“. Das plätschert so vor sich hin, mal kommt wieder ein bisschen Geld  durch meine Arbeit rein, aber von einem guten „Verdienst“ zu sprechen wäre gelogen. Viele Menschen sagen mir, wie wertvoll meine Arbeit für sie ist. Das freut mich, wenn ich es höre. Aber für mich, in mir selbst konnte ich es bisher nicht fühlen. Warum nicht? Weil ich dieses Gefühl gar nicht kannte. Ich bin in meine Kindheit gegangen, habe mich in die  kleine Andrea hineingefühlt. Da war nichts. Nichts,  was ich an mir für wertvoll oder gut hielt. Ich fühlte viel mehr, dass ich so wie ich war, nicht in Ordnung  war. Dass ich mich anpassen musste, um richtig und gut zu „werden“. Um es dann vielleicht zu verdienen,  geliebt zu werden.  Für mich war das eine krasse aber auch klare Erkenntnis. Wie soll ich denn heute wissen, wie sich ein Gefühl anfühlt, das ich gar nicht kenne? Vor kurzem hatte ich eine kleine Ahnung davon bekommen, wie sich Stolz anfühlt. Fest eingenistet hatte sich aber auch dieses Gefühl noch nicht. Es ist eher wie ein Sa­menkorn, der gepflegt werden möchte um wachsen zu können. Und die Heimat dieses Samenkorns liegt im Bereich meines Herzens. Wobei Stolz und Selbstwert bestimmt Verwandte sind und sich dort gemeinsam ausbreiten dürfen. Und ich schenke diesem Anteil bewusst Aufmerksamkeit und durfte tatsächlich zum ersten Mal klar fühlen, dass ich doch auch wertvoll bin. Ohne etwas dafür tun zu müssen. Und trotzdem konnte ich das, was ich tue, mit anderen Augen sehen: Seit 2011 gehe ich den Weg meines Herzens. Ohne Wenn und Aber ziehe ich mein Ding durch. Ich  mache das, wofür ich brenne. Trenne nicht mehr zwischen Arbeit und Freizeit. Und habe das bisher gar nicht als etwas Besonderes gesehen. Und plötzlich war es da. Das Gefühl, dass das, was ich tue, doch etwas Beson­deres ist. Dass der Ausstieg aus meinem alten Leben etwas Besonders ist. Dass ich mutig bin. Und dass ich auch wertvoll bin.

Ganz  voll-wertig, wie es aktuell auch ernährungstechnisch angesagt ist 😉

 

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Flüchtlingsthema, Anstrengung und Vorsorge – Diskutierst Du?

Ich hatte eine Meinungsverschiedenheit mit einem Freund. Es ging um das Flüchtlingsthema und Deutschlands Positionierung. Dazu habe ich eine klare Haltung, mein Gegenüber eine völlig entgegengesetzte, jedoch nicht minder klare Meinung. Ihn macht die Situation wütend. Er sieht sich als Steuerzahler nicht gerecht behandelt und verurteilt die Menschen, die sich das gefallen lassen und weiterhin Frau Merkel wählen. In seinen Augen verschließen diese Menschen Ihre Augen. Ich sehe auch diese Situation durch die Augen des Spiegelgesetzes. Ein jeder ist aufgerufen, seinen Frieden mit sich selbst und seinem persönlichen Umfeld zu machen. Was wir im Außen vermehrt präsentiert bekommen, ist nichts anderes als der Spiegel des Unfriedens in uns. Anschläge und Dramen spiegeln uns, dass es keine Sicherheit im Außen gibt, wenn wir diese nicht auch in uns fühlen können. Aber das ist meine Meinung, meine Wahrheit. Und ich kann gut verstehen, dass das für viele Menschen naiv oder verrückt klingt.

Aber worum geht es in solch einer Diskussion?
Dass der Eine den Anderen von der eigenen Meinung überzeugen kann?
Argumente hervorkramen, die die eigene Ansicht untermauern?
Selbstsicherheit auffahren, um die eigene Wahrheit damit zu bestärken?
Oder den Anderen tot zu quatschen und so zum Rückzug zu zwingen?

Die letzte Möglichkeit kenne ich gut. Ich wurde oft voll gequatscht und irgendwann hatte ich keine Lust mehr etwas zu sagen. Dagegen zu reden war mir zu anstrengend und ich wollte mein Gegenüber nicht von meiner Meinung überzeugen müssen. Gut fühlte sich auch diese Variante für mich nie an. Es war der mir wohlbekannte Rückzug.

Wie verhältst Du Dich in Diskussionen?

Musst Du Dich anstrengen um zu überzeugen?

Und in welchen anderen Bereichen denkst Du, Dich anstrengen zu müssen?

Anstrengung fühlt sich für mich gar nicht mehr stimmig an. Auch hier hat der Freund eine völlig konträre Meinung. “Man muss sich im Leben anstrengen, sonst bringt man es zu nichts”. Klar kenne ich dieses Denken auch. Mich hat es in Krankheiten geführt. Erst nach dem Burnout konnte ich dieses Denken verändern. Ich darf es auch leicht zu etwas bringen. Besser gesagt, ich darf es mir leicht bringen lassen. Wobei „es“ für mich für die Geschenke des Lebens, für die Fülle und die Freude steht. Es gibt Menschen, die von mir denken, ich mache es mir zu leicht. Wahrscheinlich denke ich das irgendwo in mir auch noch, sonst liefen mir diese Menschen nicht mehr über den Weg. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, wie viele Lebensjahre ich selbst so gedacht habe. Dass man sich anstrengen muss, dass man im Leben nichts geschenkt bekommt und dass man fleißig sein muss (wer ist eigentlich dieser “man” ;-)? Dass wir für die Zukunft sorgen müssen, uns absichern müssen. Wenn wir so denken, muss sich uns das Leben natürlich auch genauso präsentieren. Wir haben mit der Kraft unserer Gedanken quasi bestellt und erhalten die Lieferung.

Kennst Du solche Gedanken? Entsprechen solche Gedanken, wie wir sie auch täglich durch die Medien suggeriert bekommen, deiner Einstellung zum Leben? Medien, deren Job es ist, uns Angst zu machen. Für mich bedeutet zum Beispiel „Vorsorge“, ganz gleich ob gesundheitlicher oder finanzieller Art, viel mehr Sorge als ein sicheres Gefühl. Es fühlt sich für mich nicht gut an und macht Druck, wenn ich mir schon vorher Sorgen machen soll. Was ein Quatsch aber auch! Sich Sorgen um etwas machen, was kommen könnte aber noch gar nicht da ist! Ist das nicht verrückt?

Und wenn sich etwas innerlich nicht gut anfühlt, dann kann es nicht der Wahrheit entsprechen! Auch das ist Gesetz! Dein Körper kennt die Wahrheit, er weiß was gut und richtig für Dich ist. Und Du kannst ihn jederzeit befragen, indem Du in Dich hinein fühlst. Anfangs braucht es in einigen Bereichen vielleicht ein wenig Übung. Mit der Zeit und mit der Übung wird es immer leichter. Das verstehe ich unter “Höre auf Dein Herz“ .
Bestes Navi aller Zeiten, Technik die begeistert 😉 Und immer am “man(n)”.

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Was macht Dir Angst?

 

In unserer Wohngegend wurden Einbrüche gemeldet. Meine Freundin und ihr Sohn leben im Erdgeschoss, während sich mein Reich in der ersten Etage des Hauses befindet. Mein Kater fühlt sich in beiden Wohnungen zuhause und wir lassen ihn über die Terrassentür unten in den Garten. Meine Freundin Winnie und ich fühlten uns von den Einbrüchen weder betroffen noch verunsichert. Bis zu dem Tag, an dem wir Einbruchspuren an der Terrassentür entdeckten. Kurz darauf erzählte ein Nachbar, sein Hund hätte die Einbrecher durch sein Kläffen aus unserem Garten verscheucht.  Seitdem beschlich mich ein komisches Gefühl, wenn ich alleine im Haus war. Auslöser dazu waren  blöde Gedanken an Einbrecher. Ich achtete auf Geräusche und war besonders hellhörig und aufmerksam, wenn ich meinen Kater noch spät abends rein oder raus ließ. Das war kein angenehmes Gefühl und obwohl ich dem Gefühl Raum gab, konnte ich es nicht wirklich lösen.

Dann kam Tag X. Ich war für ein paar Tage alleine im Haus und arbeitete oben. Es war ganz still als ich plötzlich hörte, wie die Haustür sich unten öffnete und jemand herein kam. Mein Herz blieb fast stehen, ich geriet  in einen  Schockzustand. In dem Moment habe ich nicht mehr gedacht, sondern  gehandelt. Ich stürzte in den Hausflur, auf dem Weg dahin ergriff ich ein Teelicht von der Kommode. Dabei war ich ganz laut, schrie den Einbrecher an und wollte ihn vom Treppenabsatz oben mit dem Teelicht befeuern. Ich weiß gar nicht mehr genau, was ich da alles brüllte, es waren so Laute wie „Raus hier“ und auch Hilfe-Schreie.  Damit wollte ich ihn wohl verjagen.  In letzter Sekunde  erkannte ich, dass der böse  Einbrecher Winnies Vater war. Gerade noch rechtzeitig, bevor ich ihn mit dem Teelicht erschlagen hätte. Er war mindestens so geschockt wie ich durch meinen Auftritt. Erst als ich ihm unten gegenüber stand begann ich zu zittern und zu heulen.  Der Ärmste. Wollte doch nur etwas für sein Enkelkind aus der Wohnung holen und hatte die Fehlinformation, dass ich ebenfalls nicht daheim wäre.

Ich war fix und fertig, Vater Klaus aber auch. Heute lachen wir über die Aktion, dass ich ihn fast mit einem Teelicht erschlagen hätte. Das war Handeln ohne Denken. Ich frage mich, woher ich diesen Mut nahm, mich so groß zu machen. Hinterher wurde ich von Freunden gefragt, warum ich mich nicht versteckt habe, vielleicht noch mit einem Messer bewaffnet. Darauf bin ich nicht gekommen.

Was ist wirklich besser, richtig oder falsch in solch einer Situation? Wer  weiß das schon?

Was ich aus dieser Erfahrung gelernt habe:

Auch dieses Geschehnis sehe ich nicht als Zufall. Es fällt mir zu, weil es dran ist, weil es an der Zeit ist. Ich habe mich erneut mit meiner Angst beschäftigt. Habe diese Angst nochmal freiwillig in mir aufsteigen lassen, indem ich mir diese Situation innerlich vorgestellt habe. Mit dem Wissen, dass ich sicher bin und mir nichts passieren kann.  Durch bewusstes Atmen in das Gefühl hinein und durch das Orten des Gefühls in meinem Körper konnte ich das Gefühl annehmen. Ich weiß, es handelt sich auch hierbei um ein ganz altes Schätzchen, das noch einmal gesehen werden wollte.

Ich habe mich hinterfragt, wovor ich wirklich Angst hatte, was für mich im schlimmsten Fall hätte passieren können.

Es handelte sich nicht um eine Angst, dass mir etwas gestohlen wird. Auch nicht, dass jemand fremdes in meinem Bereich wühlt. Nein, meine Angst war die Angst, dass man mir etwas antut. Angst vor dem Gefühl der Hilflosigkeit, Angst „ ausgeliefert zu sein“.  Obwohl dies vom Kopf betrachtet wohl kaum die Absichten eines Einbrechers sind.

Fakt ist, dass ich seitdem nicht mehr an Einbrecher denke und mich wieder sicher fühle. Und auch, wenn ich alleine im Haus bin kann ich noch nachts in den Keller gehen.

Wann hattest Du das letzte Mal so richtig Angst? Und wie bekannt ist Dir das Gefühl? Ist dir bewusst, wovor genau Du diese Angst hast? Probiere aus, Dich damit zu beschäftigen anstatt es wegzuschieben. Und spüre das Wunder in Dir, wenn die Emotionen sich lösen und sich Deine Lebensumstände dadurch verändern!

 

 

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